Ruhepunkt

Märchen

Die weiße Dame

Vor langer Zeit spielte einmal ein kleiner Junge in einem Schachklub. Der Junge hieß Nic und alle verspotteten ihn, weil er immer im Schach verlor. Und jedes Mal, wenn er verlor sagten sie zu ihm: Du kannst überhaupt nicht Schach spielen. Besonders Karlo, der Beste aus Nics Altersgruppe, war immer sehr gemein. Er spottete am lautesten und hetzte die anderen Kinder gegen Nic auf.

So war es auch wieder bei der Kreisjugendeinzelmeisterschaft. In der ersten Runde spielte Nic gegen einen schwachen Gegner aus einem Nachbarverein. Aber wie so oft verlor er. Da verspottete Karlo ihn wieder vor allen anderen. Er erklärte, dass Nic nicht mehr als die Schachregeln könnte und nie gut Schach spielen würde. Die anderen Kinder fielen in den Spott mit ein. Der kleine Nic verließ den Turnierraum, ging ins Freie, wo er alleine war und weinte bitterlich. Da trat auf einmal eine silbrig weiß leuchtende Fee zu ihm und fragte ihn, warum er so sehr weinte. Da erzählte er ihr, dass er immer im Schach verlieren würde und deswegen von allen anderen verspottet würde. Und dass alle sagen würden, er könnte nicht Schach spielen und er auch wirklich nur ganz schlecht Schach spielte. Da reichte ihm die Fee eine handgroße, marmorne, weiße Dame. Die Figur hatte ein Gesicht und dieses Gesicht lächelte ihn an. Da sprach die Fee: "Nimm nun diese Weiße Dame zu dir. Hab sie bei jedem Spiel dabei!" Und wie sie es gesagt hatte, war die Fee verschwunden. Nic ging zurück zum Turnier, das schon begonnen hatte. Er setzte sich an seinen Tisch, er hatte schon 5 Minuten weniger und begann zu spielen. Als er die ersten zwei Züge gezogen hatte, hörte er die Weiße Dame flüstern: "Ja, gut!" Das motivierte ihn. Er strengte sich an, dachte viel weiter als sonst und zog Züge, auf die er früher nie gekommen wäre. Da flüsterte ihm die Weiße Dame noch einmal zu: "Ja, weiter so!" Die anderen Spieler bekamen gar nicht mit, dass die Weiße Dame ihm immer wieder ein Lob zuflüsterte. Nach ca. 10 Zügen gewann Nic einen Bauern. "Super!" flüsterte die Fee. Er spielte immer selbstbewusster und motivierter und bald gewann er eine Figur. "Ja, du schaffst es!" hörte er die Weiße Dame flüstern. Schließlich gewann er die Partie. "Bravo, ich bin stolz auf dich!" flüsterte die Weiße Dame. Nic konnte sein Glück noch gar nicht fassen. Aber kaum kam Karlo, ging der Spott wieder los: "Dein Gegner hat absichtlich verloren, weil er Mitleid mit dir hatte!" spottete er. "Dein Gegner konnte halt auch nicht Schach spielen, nur darum hast du gewonnen." spottete ein anderer. Aber dieses Mal weinte Nic nicht. Er dachte sich jetzt: "Euch zeige ich es!" Bald kam die nächste Partie und auch die gewann er. Der Spott wurde leiser. Als er dann noch einmal gewann, spottete keiner mehr, auch nicht Karlo. Und dann wurde er mit weiß gegen Karlo gelost, der bisher nur einen halben Punkt abgegeben hatte. Nic stellte die Weiße Dame zu Beginn des Spiels neben sich. Karlo drückte die Uhr ohne ihm die Hand zu geben und ohne ihn anzusehen. Nic hörte die Weiße Dame flüstern: "Der ist gar nicht so gut, wie er tut, du kannst gegen ihn gewinnen. Gib dein Bestes!" Das ließ sich Nic nicht zwei Mal sagen. Er zog e4 und entwickelte selbstbewusst seine Figuren. Auch Karlo entwickelte sich selbstbewusst und bald entstand eine spannende Stellung, bei der aber keiner der beiden einen Vorteil erringen konnte. Es gab spannende taktische Abwicklungen, aber nach jedem Abtausch war wieder materieller Gleichstand. Nic sah keine Möglichkeit zu gewinnen und bot Remis. Karlo sah ihn abschätzig an und entgegnete: "Remis gegen dich, da müsste ich mich ja schämen!" Da flüsterte die Weiße Dame zu Nic: "Lass dich nicht verunsichern, du stehst leicht besser!" Als sie das sagte, drehte sich Nic zu ihr. Karlo sah, wie Nic sich dem marmornen Gegenstand zuwendete und merkte, dass dieser Gegenstand für Nic eine große Bedeutung hatte. Dann sah er noch mal in die Stellung und meinte verächtlich: "Warum nachdenken gegen so einen Idioten wie dich!" Er zog einen riskanten Zug. "Jetzt nicht die Nerven verlieren" flüsterte die Weiße Dame. Nic sah sich die Stellung in Ruhe an, dann zog er einen Zug, mit dem Karlo überhaupt nicht gerechnet hatte und mit dem Nic seinen geringen positionellen Vorteil ausbaute. Karlo wurde nervös und zog mehrere schlechte Züge. Nic nutzte jeden schlechten Zug aus und gewann schließlich im Bauernendspiel zuerst einen Bauern, dann noch einen und schließlich einen dritten, da war die Stellung völlig gewonnen. Währenddessen hatte sich eine Traube um die beiden gebildet. Karlo lief hochrot an. Schließlich sprang er vom Brett auf, rannte weg und ließ Nic alleine zurück. Der war völlig verunsichert. "Er hat verstanden, dass es aus ist" flüsterte die Weiße Dame Nic zu. Nic blieb sitzen, bis Karlos Zeit gefallen war. Er hatte gegen Karlo, der ihn immer verspottet hatte, gewonnen! Und das vor allen Augen. Aber das tollste sollte noch kommen: Mit vier Siegen und einer Niederlage war er Kreisjugendeinzelmeister geworden und hatte sich für die Bezirksjugendeinzelmeisterschaft qualifiziert!

Als er das nächste Mal zum Vereinsabend kam, waren die anderen Kinder auf einmal viel netter zu ihm. Die Weiße Dame hatte er natürlich auch hier mit dabei. Sie stand bei jeder Partie neben ihm und motivierte ihn die ganze Zeit. Niemand außer Nic hörte, wenn sie zu ihm sprach, aber alle merkten, wie wichtig dieser Gegenstand für ihn war. Und Karlo hatte auch gemerkt, dass er die Weiße Dame seit Anbeginn seiner Siegesserie bei sich trug. Als Nic einmal aufs WC ging, nutzte Karlo seine Chance. Er sah sich um und stellte fest, dass niemand hinsah. Dann schnappte er die Weiße Dame und schob sie unter seinen Pullover. Er bewegte sich zum Kleiderständer, wo seine Jacke ging. "Du widerwärtiger Dieb, stell mich sofort zurück!" hörte Karlo die Weiße Dame sprechen. Ihm lief es kalt den Rücken herunter. Hatte er sich verhört? Aber dann legte sie nach: "Was für einen miesen Charakter hast du denn eigentlich, du ehrenloser Dieb!" Hastig verstaute er den gestohlenen Gegenstand in seiner Jackentasche. "Dieb, Dieb, Dieb!" hörte er sie immer wieder sagen, auch als er sich schon wieder entfernte. Er setzte sich wieder an ein Schachbrett und begann eine Partie gegen ein anderes Kind. Aber die Stimme der Weißen Dame verfolgte ihn: "Dieb, ehrenloser!" Er konnte sich überhaupt nicht konzentrieren und stellte eine Figur nach der anderen ein.

Derweil kam Nic zurück zu seinem Platz und stellte mit Entsetzen fest, dass die Weiße Dame weg war. Völlig fassungslos blieb er vor dem Tisch stehen, auf dem sie zuvor gestanden hatte. Wo war sie geblieben? Hatte sie sich in Luft aufgelöst? Die Fee, von der sie stammt, war auch auf einmal weg gewesen. War dieser Gegenstand vielleicht nur ein Geschenk auf Zeit? "Nic, spielst du mit mir?" hörte er ein anderes Kind fragen. Nic setzte sich wortlos zu dem anderen Kind und begann wie immer. Aber seine Gedanken kreisten die ganze Zeit nur um die Frage, wo die Weiße Dame geblieben sein konnte. So stellte er eine Figur nach der anderen ein und spielte so schlecht wie früher.

Nachdem Karlo mehrere Partien lang alles eingestellt hatte, entschloss er sich, den Vereinsabend zu verlassen. Aber auf dem ganzen Heimweg hörte er die Weiße Dame sprechen: "Du bist ein ehrenloser Dieb, bring mich gefälligst zurück! Er aber wollte sie auf gar keinen Fall zurückbringen, schließlich wollte er nicht noch einmal gegen Nic verlieren. Sie aber ließ ihm keine Ruhe und beschimpfte ihn die ganze Zeit. Schließlich holte er sie aus seiner Jackentasche und sah sie an. Ihr Gesicht sah zornig aus. "Du widerwärtiger Dieb!" sprach sie wieder zu ihm. Obwohl sie wehrlos in seiner Hand war, wirkte er allein durch ihre Worte fast verängstigt. Schließlich schleuderte er sie weit von sich und rannte so schnell er konnte weg. Tatsächlich konnte er ihre Stimme bald nicht mehr hören.

Nic verließ auch bald den Vereinsabend. Noch immer beschäftigte ihn die Frage, was aus der Weißen Dame geworden sein konnte. Auf einmal sah er ein kleines Mädchen, das noch kleiner war als er, weinend am Straßenrand sitzen. Er musste zurückdenken, als er selber geweint hatte, weil er von allen anderen geärgert worden war. Und ihm fiel die Begegnung mit der Fee ein. Nun wollte er selber wie die Fee sein und fragte das Mädchen: "Warum weinst du denn?" "Mein Flummi ist mir in den Gulli gefallen. Nic sah sich den Gullideckel an. Er hatte schon einmal gesehen, wie ein Erwachsener so einen Deckel einfach hochgehoben hatte und einen Korb herausgeholt hatte, in dem lauter Dreck war. Das wollte er auch probieren. Er packte den Gullideckel mit beiden Händen und zog mit aller Kraft nach oben. Tatsächlich schaffte er es, den Deckel zu öffnen. Und nun sah er auch einen weißlichen Flummi. Er streckte seine Hand nach unten, holte den Flummi hervor und schob den Gullideckel wieder an seinen alten Platz. "Hier hast du deinen Flummi" sagte er zu dem Mädchen. Diese strahlte über das ganze Gesicht. "Tausend Dank! Weißt du, dass er magisch ist? Ich habe ihn von einer silbrig weißen Fee geschenkt bekommen!" "Von einer silbrig weißen Fee?" "Ja, er kann alles finden, was du suchst. Willst du es ausprobieren?" "Ja, gerne" "Dann sag ihm, was du suchst und wirf ihn auf den Boden" Das Mädchen, dass Sofie hieß, reichte Nic den Flummi. Jetzt erst sah Nic, dass der Flummi auch ein Gesicht hatte. Dieses Gesicht sah ihn immer an, egal wie er den Flummi drehte. "Lieber Flummi, kannst du die Weiße Dame wiederfinden?" fragte er. Das Gesicht des Flummis blinzelte ihm zu. Er warf den Flummi auf den Boden. Dieser prallte ein paar Mal ab. Doch dann rollte er nicht, wie Flummis es so tun, geradewegs nach unten, sondern er rollte die Straße hinauf. Die beiden Kinder verfolgten ihn. Der Flummi bog Straßen ab, sprang Treppen herauf und wieder herunter, rollte über Schotterwege und über Wiesen. Die beiden Kinder rannten ihm blind hinterher. Schließlich blieb der Flummi vor einem Gestrüpp stehen. "Du bist am Ziel, hier muss die Weiße Dame sein, die du suchst" sagte Sophie zu Nic. Nic sah sich den Strauch an und tatsächlich hing dort die Weiße Dame in den Ästen. Nic war überglücklich. Die beiden Kinder wurden Freunde fürs Leben. Nic brachte Sophie auch die Spielregeln bei, sie wurden beide großartige Schachspieler. Als sie erwachsen waren, heirateten sie und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.


Hungriges Mäuschen

In einer kleinen Mäusefamilie bat die Mäusemama ihr ältestes Kind, ein Stück Speck für das kranke Geschwisterchen zu suchen. Da verließ das ältere Mäusekind die Mäusehöhle, um den Auftrag der Mäusemama zu erfüllen. Lange musste es suchen, bis es endlich ein Stück Speck gefunden hatte. Durch die lange Suche hatte es aber selber großen Hunger bekommen. Der Speck roch so lecker, dass Mäuschen ihn am liebsten selbst verspeist hätte. Aber weil das kleine Geschwisterchen den Speck brauchte, nahm es den Speck ins Maul und wollte damit zurück zur Mäusehöhle gehen. Doch als es das Speckstück im Maul hatte, schmeckte er so lecker, dass es nicht widerstehen konnte und einen guten Biss davon nahm. Bald konnte es wieder nicht widerstehen, blieb stehen und biss noch einmal hinein und bald noch einmal.

Da hörte es auf einmal die Stimme der Mäusemama. Hastig verschlang es den letzten Bissen und rannte fort von der geliebten Mama. Denn Mäuschen schämte sich und wollte der Mama nicht erzählen, dass es den ganzen Speck selber gegessen hatte. Aber Mäuschen wusste auch, dass die Mama eine gute Nase hatte und sofort riechen würde, dass Mäuschen nach Speck roch. Mäuschen fand eine fremde Höhle und versteckte sich darin, damit die Mäusemama es nicht finden konnte. Mäuschen wusste, dass die Mäusemama nie in fremde Höhlen ging. Aber die Mama war noch in der Nähe und rief nach Mäuschen. Mäuschen verkroch sich noch tiefer in der Höhle und wartete, bis die Mama weg war. Als es die Rufe nicht mehr hörte, wollte es die Höhle wieder verlassen, doch auf einmal sah es große, bedrohliche Augen. Die Höhle gehörte einem Fuchs, der wütend war, weil Mäuschen in seine Höhle eingedrungen war. Gerade rechtzeitig konnte Mäuschen wegrennen, doch der Fuchs verfolgte es. In der Höhle gab es einen kleinen Abzweig, der war so klein, dass nur Mäuschen hindurchpasste, der Fuchs aber nicht. Hier hinein flüchtete Mäuschen. Doch weit kam es nicht, der Gang endete bald. Der Fuchs blieb kurz vor dem kleinen Eingang stehen. Dann begann er mit seinen Pranken zu graben, damit er an Mäuschen herankam. Die einzige Chance, die Mäuschen hatte, war selber weiter zu graben. Und so grub es den Gang nach oben weiter. Doch der Fuchs war mit seinen riesigen Pranken viel schneller als Mäuschen und näherte sich ihm immer weiter. In letzter Sekunde schaffte es Mäuschen, mit seinem selbst gegrabenen Gang ins Freie zu gelangen. Doch auch hier verfolgte es der Fuchs. Er jagte Mäuschen durch den Wald, bis es schließlich Zuflucht in einem kleinen Baumloch fand. Hier konnte der Fuchs nicht folgen und sich auch nicht vorgraben. Aber Mäuschen konnte das Baumloch auch nicht verlassen, ohne vom Fuchs gefangen zu werden, denn er lauerte die ganze Zeit vor dem Baumloch. "Lass mich doch gehen, lieber Fuchs" bettelte Mäuschen. "Ich bin so klein, mit mir wirst du sowieso nicht satt." Da antwortete der Fuchs: "Ich werden durch dich wirklich nicht satt, aber du bist in meine Höhle vorgedrungen und ich lasse niemanden am Leben, der in meine Höhle eindringt." "Ich wusste nicht, dass sie dir gehört und ich nicht reindarf. Ich verspreche dir, nie wieder in die Höhle zu gehen, wenn du mich laufen lässt." Der Fuchs dachte kurz nach. "Also gut, für heute lasse ich dich gehen. Aber wage es nie wieder, in meine Höhle zu kommen." Mäuschen versprach, nie wieder seine Höhle zu betreten und der Fuchs ging fort. Als er weg war, kam Mäuschen aus dem Baumloch hervorgekrochen und wollte nun einen neuen Speck für sein Geschwisterchen suchen. Doch der Fuchs war bösartig. Er hatte Mäuschen angelogen und sich nur versteckt. Als Mäuschen an seinem Versteck vorbeikam, sprang er mit einem Satz heraus. Doch die Sonne blendete ihn und er verfehlte Mäuschen knapp. Dieses konnte noch einmal Reißaus nehmen. Wieder verfolgte der Fuchs Mäuschen, bis es schließlich auf einen größeren Ast sprang, der sich von selber fortbewegte.

Der Ast bewegte sich aber nur deswegen weiter, weil er in einem reißenden Fluss schwamm. Mäuschen sah noch, wie der Fuchs seine Pfote in den Fluss streckte, aber gleich wieder zurückzuckte. Offensichtlich hatte er Angst, das Mäuschen hier weiter zu verfolgen. Doch der Ast bewegte sich immer schneller vorwärts und Mäuschen musste alles tun, um nicht ins Wasser zu fallen. Mäuschen hörte ein lautes Rauschen und dann sah es voller Entsetzen, warum der Ast so schnell schwamm: Er wurde von einem Wasserfall angezogen. Mäuschen sah sich hilfesuchen um. Es sah einen größeren Stein, der aus dem Fluss herausragte und sprang darauf. Es blickte dem Ast nach, der den Wasserfall herunterschwamm. Nun saß Mäuschen zwar sicher auf einem Felsen, doch es war gefangen. Es hatte nichts zu fressen und war weit weg von der Mäusehöhle und der Mäusefamilie.

Da merkte es erst, wie dumm es war, wegen dem gefressenen Speck von der Mäusemama abzuhauen. Die Mama hätte vielleicht geschimpft, aber jetzt hatte Mäuschen die ganze Familie verloren und drohte jämmerlich zu verhungern. Es fing fürchterlich an zu weinen. Da flog auf einmal ein weißes Täubchen zu ihm hernieder und fragte, warum Mäuschen denn so weinen würde. Da erzählte Mäuschen dem Täubchen die ganze Geschichte. Das Täubchen kannte aber die Mäusemama. Es lud Mäuschen ein, sich an seinen Krallen festzuhalten. Mäuschen krallte sich fest, Täubchen hob mit ein paar kräftigen Flügelschlägen in die Luft ab und flog zurück zur Mäusehöhle. Die Mäusemama hatte ihr Kind schon überall gesucht. Als sie das Täubchen anfliegen sah, fragte es, was passiert sei. Da erzählte Mäuschen der Mäusemama die ganze Geschichte. Die Mäusemama nahm ihr Mäuschen liebevoll in den Arm. Natürlich fand sie es nicht so schön, dass Mäuschen den Speck alleine aufgefressen hatte, schließlich brauchte es ja das kranke Geschwisterchen. Aber so schlimm sei das auch nicht gewesen, denn als die Mäusemama nach dem Mäuschen gesucht hatte, fand es auch einen Speck. Der war auch noch so groß, dass es Wochen für die ganze Familie reichen würde. Und so lebten sie noch viele Jahre vergnügt zusammen. Und Mäuschen nahm sich vor, sich nie wieder zu verstecken, wenn es mal etwas aufgefressen hatte.